Im Zentrum meiner Arbeit steht die stille Kommunikation des menschlichen Körpers im Raum. Skulptur und Malerei werden zu Trägern von Präsenz - zu Resonanzflächen für Wahrnehmung, Spannung und Beziehung. Mich interessiert, was wirkt, bevor es benannt wird: das Unterschwellige in der Haltung, Ausrichtung und Bewegung. Es sind jene flüchtigen Augenblicke, in denen sich Haltung, Nähe, Distanz und Verbundenheit jenseits der Worte offenbaren.
Meine Arbeiten öffnen Räume, in denen Wahrnehmung nicht erklärt, sondern gefühlt und erfahren wird. Durch die Transformation von Material verändere ich den Blick auf das Vertraute: Ich male auf Stein um Schwere in Leichtigkeit zu verwandeln und Härte in Zartheit.In meinen Skulpturen verbinde ich Materialien so, dass Figuren in Bewegung geraten – das Starre beginnt zu schwingen, innere Resonanz wird körperlich. Mit jeder neuen Technik nähere ich mich dem Menschsein: suchend, aufmerksam und immer im Wandel.
Unabhängig davon, ob ich eine Bildidee entwickle oder mich dem Entstehungsprozess einer Skulptur widme, bleibt bei allen Ausdrucksformen der Mensch mein konstantes Thema. Ich beobachte, sammle Eindrücke, nehme Zeitgeist als Empfindung wahr – und übersetze ihn in eine optimistische, zugleich facettenreiche Bildsprache. Nicht das Offensichtliche treibt mich, sondern das Verborgene: die leisen Schwingungen zwischen Menschen, die sich in Körperhaltung und Präsenz einschreiben.
Ich wünsche mir eine Kultur, in der diese feinen Signale wieder stärker wahrgenommen werden – in der Menschen spüren, wie sehr unausgesprochene Resonanz unser Miteinander prägt. Kunst kann dafür ein Erfahrungsraum sein, ein Ort, an dem Stille sprechen darf und Beziehung neu wertgeschätzt wird. Meine Arbeiten sollen tief berühren und daran erinnern, dass wahre Stärke aus innerer Ruhe, authentischem Selbstwert und einem harmonischen, echten Ausdruck entsteht - Qualitäten die sich verkörpern lassen.
Stefanie von Quast entdeckte ihre Leidenschaft für die bildende Kunst in frühester Kindheit. Bereits mit acht Jahren kopierte sie Bilder alter Meister aus den Kunstbüchern ihrer Mutter – nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Faszination für Farbe, Ausdruck und menschliche Präsenz. Malen war für sie von Anfang an mehr als ein Hobby: Es war Ventil, Rückzugsort und innere Notwendigkeit. Mit 13 wusste sie, dass künstlerische Verwirklichung kein Wunsch, sondern ihr Lebensweg ist. Besonders die positive Darstellung des Menschen in seiner Vielfalt von Bewegungen, Beziehungen und Ausdrucksformen wurde früh zu einem zentralen Motiv ihrer Arbeit.
Ihr Weg war geprägt von intensivem Lernen und stetiger Weiterentwicklung. Sie studierte Malerei und Zeichnung, entschied sich jedoch aus pragmatischen Gründen zusätzlich für ein Diplom in Grafikdesign – als solide Grundlage. Anfang der 1990er-Jahre führte sie ein intensiver Traum zur Bildhauerei. Um ihre Ideen umzusetzen, eignete sie sich eigenständig handwerkliche Techniken an, darunter den Bronzeguss. Seitdem bewegt sie sich souverän zwischen Malerei und Skulptur, zwischen zweiter und dritter Dimension – mit einem besonderen Fokus auf Linie, Farbigkeit und Materialstruktur. Aus dieser Verbindung entstanden eigenständige Verfahren, etwa das Malen auf dünnen Steinplatten oder die Symbiose aus Stein und Bronze zu einer fließenden Einheit. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine sensible Balance aus Kraft und Leichtigkeit aus: Zeichnung bleibt stets sichtbar, selbst im plastischen Raum; Farbe und Material treten in Dialog, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Seit drei Jahrzehnten lebt und arbeitet Stefanie von Quast nahe München, wo sich Atelier und Werkstatt befinden. Von hier aus organisiert sie Ausstellungen und realisiert zahlreiche Auftragsarbeiten. Ihre Werke wurden in Galerien im In- und Ausland präsentiert, sie nahm an Bildhauersymposien in Europa und Australien teil, und ihre Arbeiten befinden sich heute in internationalen Sammlungen.
1964 geboren in München
1980 – 84 Studium in Malerei und Zeichnung in München
1984 – 88 Studium in Grafikdesign, Blocherer Schule, Diplom
Schülerin von Prof. Zensmaier, Bildhauerei, Bronzeguss
1988 und 1991 Geburten der Kinder
Seit 1994 als freie Malerin und Bildhauerin tätig im eigenen Atelier
Mehrmalige Teilnahme an der Internationalen Sommerakademie Salzburg
Mitglied des BBK München und Oberbayern e.V. und des Kunstvereins Tölzer Land e.V.
Initiatorin und Organisation etlicher Ausstellungen und Kunstprojekte
seit 2013 Leitung des Kunstzeltes auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt
Teilnahme an diversen Bildhauer-Symposien in Australien, Österreich, Deutschland
Kunstpreise: 2010 Truderinger Kunsttage München, 2013 Skulpturenpark Günzburg
Seit den 1990er Jahren regelmäßige Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, sowie Teilnahme an Kunstmessen und ausgesuchten Kunst- und Kunsthandwerkermärkten.
Einige Ausstellungen in Auswahl:
2006 Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz, München
2008 „Planet Erde“ Berchtoldvilla Salzburg, Österreich
2009 „Bilder und Skulpturen“ Galerie Ildiko Risse, Weßling
2010 „Hintergründiges“ Galerie 2art, München
2010 bis 2013 „In der Familieneinheit liegt die Welteinheit“ family expo, Wanderausstellung, Russland
2011 Galerie D.U. Design, Villach, Österreich
2012 Kunstmesse artpul, Eupen Belgien
2013 „Kontrapost“ Kunst im Bunker, Geretsried
2014 „Eine Glaubensfrage“ Marktkirche, Hannover
2015 „Skulpturen im Park 6“ Herrsching am Ammersee
2016 „Spots - China in 10 Tagen“ Altes Schloss in Bayreuth
2018 „Von der Sehnsucht nach Glück“ im Kreuzgang Kloster Benediktbeuern
2019 „Momentan nicht erreichbar“ im Stadtmuseum Bad Tölz
2020 "8amBach", Wilzhofen
2021 Bildhauersymposium "Kunst & Bier" Kloster Andechs
2022 "Wesen der Verbundenheit" Galerie Elbestrasse Geretsried
2023 "Im Sog der Betrachtung" Galerie Bürgerhaus Gröbenzell
2024 "Kontemplation - Dialog von Malerei und Skulptur" Orangerie Englischer Garten München
2025 "Attitüde in Form und Farbe" Galerie M Beck, Homburg; Kreuzgang Kloster Benediktbeuern
2026 "Wenn Stein atmet" Galerie Elbestrasse Geretsried; "Wesentlich" Galerie des LDBV, München
Stefanie von Quast
Atelier
Reismühle 1
82131 Gauting
bei München