Körpersprache und Resonanz

Menschen im sensiblen Zusammenspiel von Haltung, Nähe und nonverbaler Ausdruckskraft

Zwischen Linie und Bronze:

Stefanie von Quast und die Kunst des Übergangs

Im Zentrum meiner Arbeit steht die stille Kommunikation des menschlichen Körpers im Raum. Skulptur und Malerei werden zu Trägern von Präsenz - zu Resonanzflächen für Wahrnehmung, Spannung und Beziehung. Mich interessiert, was wirkt, bevor es benannt wird: das Unterschwellige in der Haltung, Ausrichtung und Bewegung. Es sind jene flüchtigen Augenblicke, in denen sich Haltung, Nähe, Distanz und Verbundenheit jenseits der Worte offenbaren.

 

Meine Arbeiten öffnen Räume, in denen Wahrnehmung nicht erklärt, sondern gefühlt und erfahren wird. Durch die Transformation von Material verändere ich den Blick auf das Vertraute: Ich male auf Stein um Schwere in Leichtigkeit zu verwandeln und Härte in Zartheit.In meinen Skulpturen verbinde ich Materialien so, dass Figuren in Bewegung geraten – das Starre beginnt zu schwingen, innere Resonanz wird körperlich. Mit jeder neuen Technik nähere ich mich dem Menschsein: suchend, aufmerksam und immer im Wandel.

 

Unabhängig davon, ob ich eine Bildidee entwickle oder mich dem Entstehungsprozess einer Skulptur widme, bleibt bei allen Ausdrucksformen der Mensch mein konstantes Thema. Ich beobachte, sammle Eindrücke, nehme Zeitgeist als Empfindung wahr – und übersetze ihn in eine optimistische, zugleich facettenreiche Bildsprache. Nicht das Offensichtliche treibt mich, sondern das Verborgene: die leisen Schwingungen zwischen Menschen, die sich in Körperhaltung und Präsenz einschreiben.

 

Ich wünsche mir eine Kultur, in der diese feinen Signale wieder stärker wahrgenommen werden – in der Menschen spüren, wie sehr unausgesprochene Resonanz unser Miteinander prägt. Kunst kann dafür ein Erfahrungsraum sein, ein Ort, an dem Stille sprechen darf und Beziehung neu wertgeschätzt wird. Meine Arbeiten sollen tief berühren und daran erinnern, dass wahre Stärke aus innerer Ruhe, authentischem Selbstwert und einem harmonischen, echten Ausdruck entsteht - Qualitäten die sich verkörpern lassen.

Vita

Vom Kindheitstraum zur plastischen Realität

Stefanie von Quast entdeckte ihre Leidenschaft für die bildende Kunst in frühester Kindheit. Bereits mit acht Jahren kopierte sie Bilder alter Meister aus den Kunstbüchern ihrer Mutter – nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Faszination für Farbe, Ausdruck und menschliche Präsenz. Malen war für sie von Anfang an mehr als ein Hobby: Es war Ventil, Rückzugsort und innere Notwendigkeit. Mit 13 wusste sie, dass künstlerische Verwirklichung kein Wunsch, sondern ihr Lebensweg ist. Besonders die positive Darstellung des Menschen in seiner Vielfalt von Bewegungen, Beziehungen und Ausdrucksformen wurde früh zu einem zentralen Motiv ihrer Arbeit.

 

Ihr Weg war geprägt von intensivem Lernen und stetiger Weiterentwicklung. Sie studierte Malerei und Zeichnung, entschied sich jedoch aus pragmatischen Gründen zusätzlich für ein Diplom in Grafikdesign – als solide Grundlage. Anfang der 1990er-Jahre führte sie ein intensiver Traum zur Bildhauerei. Um ihre Ideen umzusetzen, eignete sie sich eigenständig handwerkliche Techniken an, darunter den Bronzeguss. Seitdem bewegt sie sich souverän zwischen Malerei und Skulptur, zwischen zweiter und dritter Dimension – mit einem besonderen Fokus auf Linie, Farbigkeit und Materialstruktur. Aus dieser Verbindung entstanden eigenständige Verfahren, etwa das Malen auf dünnen Steinplatten oder die Symbiose aus Stein und Bronze zu einer fließenden Einheit. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine sensible Balance aus Kraft und Leichtigkeit aus: Zeichnung bleibt stets sichtbar, selbst im plastischen Raum; Farbe und Material treten in Dialog, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

 

Seit drei Jahrzehnten lebt und arbeitet Stefanie von Quast nahe München, wo sich Atelier und Werkstatt befinden. Von hier aus organisiert sie Ausstellungen und realisiert zahlreiche Auftragsarbeiten. Ihre Werke wurden in Galerien im In- und Ausland präsentiert, sie nahm an Bildhauersymposien in Europa und Australien teil, und ihre Arbeiten befinden sich heute in internationalen Sammlungen.

1964 geboren in München

1980 – 84 Studium in Malerei und Zeichnung in München

1984 – 88 Studium in Grafikdesign, Blocherer Schule, Diplom

Schülerin von Prof. Zensmaier, Bildhauerei, Bronzeguss

1988 und 1991 Geburten der Kinder

Seit 1994 als freie Malerin und Bildhauerin tätig im eigenen Atelier

Mehrmalige Teilnahme an der Internationalen Sommerakademie Salzburg

 

Mitglied des BBK München und Oberbayern e.V. und des Kunstvereins Tölzer Land e.V.

Initiatorin und Organisation etlicher Ausstellungen und Kunstprojekte

seit 2013 Leitung des Kunstzeltes auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt

Teilnahme an diversen Bildhauer-Symposien in Australien, Österreich, Deutschland

Kunstpreise: 2010 Truderinger Kunsttage München, 2013 Skulpturenpark Günzburg

 

Seit den 1990er Jahren regelmäßige Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, sowie Teilnahme an Kunstmessen und ausgesuchten Kunst- und Kunsthandwerkermärkten.

 

Einige Ausstellungen in Auswahl:

2006 Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz, München

2008 „Planet Erde“ Berchtoldvilla Salzburg, Österreich

2009 „Bilder und Skulpturen“ Galerie Ildiko Risse, Weßling

2010 „Hintergründiges“ Galerie 2art, München

2010 bis 2013 „In der Familieneinheit liegt die Welteinheit“ family expo, Wanderausstellung, Russland

2011 Galerie D.U. Design, Villach, Österreich

2012 Kunstmesse artpul, Eupen Belgien

2013 „Kontrapost“ Kunst im Bunker, Geretsried

2014 „Eine Glaubensfrage“ Marktkirche, Hannover

2015 „Skulpturen im Park 6“ Herrsching am Ammersee

2016 „Spots - China in 10 Tagen“ Altes Schloss in Bayreuth

2018 „Von der Sehnsucht nach Glück“ im Kreuzgang Kloster Benediktbeuern

2019 „Momentan nicht erreichbar“ im Stadtmuseum Bad Tölz

2020 "8amBach", Wilzhofen

2021  Bildhauersymposium "Kunst & Bier" Kloster Andechs

2022  "Wesen der Verbundenheit" Galerie Elbestrasse Geretsried

2023  "Im Sog der Betrachtung" Galerie Bürgerhaus Gröbenzell

2024  "Kontemplation - Dialog von Malerei und Skulptur" Orangerie Englischer Garten München

2025  "Attitüde in Form und Farbe" Galerie M Beck, Homburg; Kreuzgang Kloster Benediktbeuern

2026  "Wenn Stein atmet" Galerie Elbestrasse Geretsried; "Wesentlich" Galerie des LDBV, München