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Anmerkungen zu meiner Arbeit | Atelier und Werkstatt | | |||||||
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| Anmerkungen zu meiner Arbeit | ||
In der modernen Welt werden wir
täglich, fast ohne darauf zu achten, ständigem
Berieseln durch Lärm verschiedener Herkunft ausgesetzt. Das
Schlagwort Reizüberflutung ist ein gängiger Begriff. Ein Spruch von Khalil Gibran
trifft hier sehr gut zu: Schönheit nicht in den
von Medien festgelegten äußerlichen Standards,
sondern in den feinen Nuancen der Schwingungen, die von Lebewesen als
auch von Dingen ausgesandt werden. Etwas auf sich wirken lassen, die uns
allen innewohnende Sensibilität zulassen, um eben diese leisen
Töne nicht zu überhören. Ob in
zwischenmenschlichen Bereichen oder mit Gegenständen, auf
allen Ebenen wird ständig nonverbal in aller Stille
miteinander kommuniziert. Jeder bildende
Künstler lernt sein Leben lang das Sehen. Ich werde oft
gefragt “Wie geht das, wie machst du das?” Diese
Fragen beziehen sich im Grunde auf die Technik. Techniken
können von jedem erlernt werden, jedoch die bestimmte Sicht
der Dinge ist des Künstlers ureigenstes Fundament. Eine Sicht
die sich nicht nur durch optische Betrachtung im Kopf abspielt, sondern
auch durch den Bauch geht. Und so, in totaler Verinnerlichung wieder
nach außen drängt, um sich in der dem
Künstler eigenen Umsetzung, dem Betrachter vorzustellen. Die unterschiedlichen Techniken
und Materialien sind Voraussetzung und Herausforderung, der ich
mich immer wieder stelle.
Den umfangreichen Prozess zur Erstellung einer Bronzeplastik erlernte
ich durch das Arbeiten in einer Gießerei. Meine Plastiken
erstelle ich weitgehend selbst, um diesen Vorgang nicht ganz einer
Kunstgießerei zu überlassen. Denn auf diese Weise
sind bei jedem Arbeitsschritt Änderungen möglich. Steine habe
ich bearbeitet vom kleinen Speckstein bis zum vier Tonnen
Block Urgestein für private und öffentliche
Aufträge. Beide Medien vereint ergeben ein Bild
unterschiedlicher, jedoch ineinanderwachsender Materialsprache. Ein
Goldschmied arbeitet nicht wesentlich anders, der Stein wird in Metall
gefasst, um ihn zu erhöhen. Naturbelassener oder polierter
Stein in seiner Statik, steht der Geschmeidigkeit, aber auch roh
strukturierten Oberfläche der Bronze gegenüber. Die
Verbindung beider Stoffe erlaubt die Darstellung des aus sich
Herrauswachsens in großer Bewegtheit. Was wir auch immer in die Dinge hineinlegen, dem Betrachter steht es offen sie für sich zu interpretieren. Manche werden sicherlich vieles ganz anders sehen als ich, sehen andere Hintergründe, andere Bedeutungen und haben ihre private Symbolik. Jedem seinen eigenen Weg um unter die Oberfläche zu schauen. Stefanie v. Quast
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